Wassermühle zu Langenholzhausen
Der alte Ortskern von Langenholzhausen wird von zwei markanten historischen Gebäuden dominiert, der Kirche und der benachbarten Wassermühle. Die Mühle bildete den zentralen Ort der Versorgung der Bevölkerung der umliegenden Dörfer und Siedlungen mit Brotmehl.
Von der Straßenseite bietet sich dem Betrachter ein beeindruckender Anblick der Mühle, nämlich der Blick auf den vor etwa 430 Jahren gestalteten Fachwerkgiebel und den in Stein gehauenen, von einem Löwenkopf gekrönten Haupteingang.
Weit über die Region hinaus ist die Langenholzhauser Erbpachtmühle bekannt geworden, weil sie als Hauptantriebskraft ein Wasserrad nutzt.
Während ihrer Glanzzeit, im 18. Jahrhundert, verfügte die Mühle über drei Wasserräder, die drei Mahlgänge, genannt die Nieder-, Mittel- und Obermühle, antrieben. Um 1860 ist einige Jahre lang sogar ein viertes Wasserrad in Betrieb genommen worden. Unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen erbrachte die Mühle im Verlaufe ihrer langen Betriebszeit für die Kunden. Von Anbeginn bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1997 vermahlte sie Roggen, seit 1824 zusätzlich Weizen, als man auch auf dem Lande begann, weißes Brot zu essen. Auf den Mahlgängen wurden Erbsen und Bohnen geschrotet. 1789 kam eine Gersten- und Graupenmühle hinzu, die Graupen und Grütze produzierte und dem Malzschroten diente. Das Malz wurde von den vielen ländlichen Brauereien verarbeitet. 1871 trieb die Mühle eine Kundendreschmaschine, eine Flachsreinigungsmaschine, später noch eine Kreissäge und eine Häckselmaschine an.
Da die Mahlgäste auf der Mühle blieben, bis ihr Korn vermahlen war, verfügte die Langenholzhauser Mühle wie alle herrschaftlichen Mühlen über eine „Müllerstube”, die als Warte- und Aufenthaltsraum diente. Sollte die Müllerstube im Winter geheizt werden, hatten die Mahlgäste das nötige Brennholz selbst mitzubringen.
In einem Hexenprozess wurde sogar behauptet, dass eine Frau die Mühle verhext habe, so dass diese nicht mehr „richtig ginge”. Auch das Zerspringen eines Mühlensteines wurde auf die Hexerei zurückgeführt.
Bis vor ca. 100 Jahren war die Mühle eine Erbpachtmühle, danach ging sie in den Besitz der jeweiligen Müller über. Unter die Reihe der Besitzer reiht sich auch das Ehepaar Hoffmann ein, die im Jahre 2003 die Mühle gekauft hat. In den darauf folgenden 2 Jahren wurde die Mühle vom Erdgeschoss bis unters Dach aufwendig und detailgetreu saniert.
Heute dient die Wasserkraft zusätzlich der Stromerzeugung. Im Inneren der Mühle ist heute eine Erlebnisgastronomie zu finden.
www.wassermuehle-langenholzhausen.de


