Zwischen Teutoburger Wald und Weser lebte schon immer ein besonderer Menschenschlag, der Wert auf seine Unabhängigkeit legte. Es beginnt mit den germanischen Cheruskern, die den vorrückenden Römern um Christi Geburt eine der größten Niederlagen ihrer Geschichte bescherten. Mit der „Schlacht im Teutoburger Wald“ machten die Vorfahren der Lipper die Region zum Brennpunkt der Weltgeschichte. Das Hermannsdenkmal bei Detmold ist das stolze Zeichen dieser großen Vergangenheit, auch wenn heute diskutiert wird, ob der entscheidende Kampf tatsächlich im Lippischen ausgetragen wurde.

 

Erst der fränkische König und spätere Kaiser Karl der Große unterwarf die Gegend in den Sachsenkriegen seiner Macht und öffnete sie im 8. Jahrhundert für das Christentum. Aber auch als Teil des neuen Großreiches, vom Mittelalter bis in die Neuzeit, durch Kriege, Wirren und Katastrophen führte Lippe sein Eigenleben weiter. Die lippische Rose im Wappen symbolisiert 800 Jahre regionale Eigenständigkeit. Erst 1918 endete die Ära des Fürstentums Lippe. Übrigens entstand unter Fürstin Pauline schon Anfang des 19. Jahrhunderts der erste Kindergarten Deutschlands – nur eins von vielen Beispielen für die Innovationskraft unserer Region. Als Freistaat gelang es Lippe, den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet zu überstehen. 1947 trat Lippe dem Bundesland Nordrhein-Westfalen bei. Die Rose schmückt heute das Landeswappen.

 

Der Wanderer in den Wäldern, Dörfern und Städtchen Lippes wird schnell spüren: Lippe atmet Geschichte. Überall stößt er auf ihre steinernen Zeugen, Burgen und Schlösser, Klöster und historische Ortskerne. Und er trifft auf Menschen, die den Stolz auf diese Geschichte mit Weltoffenheit und Gastfreundschaft verbinden. Ein Völkchen, das seine Herzlichkeit auch ohne viele Worte ausdrücken kann, typisch lippisch eben.