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title: "Reisen und Rasten"
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description: "Genau an dieser Stelle verlief noch im letzten Jahrhundert die Poststraße, die von Rischenau über diesen Berg nach Niese führte. Der alte Hohlweg ist bei genauem Hinsehen noch heute im Wald erkennbar. Im Spätmittelalter war Rischenau ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Postkutschen, die zwischen Kassel und Bremen verkehrten. In Rischenau gab es eine Poststation, die täglich von der Postkutsche angefahren wurde. Das Reisen mit der Postkutsche war ein abenteuerliches und gefährliches Unterfangen. Die Straßen damals glichen den heutigen Feldwegen und konnten bei schlechtem Wetter und aufgeweichtem Untergrund nur mühsam befahren werden. Häufig mussten Reisende aussteigen und die Kutsche gemeinsam mit dem Kutscher aus dem Schlamm befreien. Für die Pflege der Wege waren die Gemeinden zuständig. Aus finanziellen Gründen verzögerten sich Reparaturarbeiten jedoch immer wieder. Die tief ausgefahrenen Hohlwege waren aber noch in anderer Hinsicht gefährlich: Wenn Räuber den Postkutschen auflauerten, dann wurden die Hohlwege schnell zur Falle. Der Weg zwischen Niese und Rischenau galt als gefährlichster Abschnitt auf der Route. Bei Eis oder starkem Regen war es lebensgefährlich, diesen Streckenabschnitt meistern zu wollen. Hier am Scharpenberg war die Steigung so steil (110 Höhenmeter), dass die Postkutschen nur mit Vorspann fahren konnten. Dafür wurden zusätzliche Pferde in der Poststation Rischenau gehalten. Im Volksmund heißt der Berg deshalb auch „Guileberg“ (Gäuleberg). 1853 wurde eine neue Chaussee von Rischenau nach Löwendorf fertig gestellt. Die alte Verbindung verlor an Bedeutung, blieb jedoch als Kommunalweg weiter bestehen. Im Jahr 1976 wurde der Weg in weiten Teilen neu asphaltiert. Im Bereich der „Guileberges“ wurde er zudem verlegt, indem man ein neues, weniger steiles Teilstück parallel zu Straße erbaute. Die Natur hat sich den alten Wegverlauf Stück für Stück zurückerobert. Beim genauen Hinschauen kann man jedoch an einigen Stellen den alten Verlauf und die alten Pflastersteine erkennen. Im März 1903 wurde die Personenbeförderung per Postkutsche aufgegeben. In den Folgejahren betrieb ein Landwirt aus Rischenau ein privates Personenfuhrwerk. Ab 1922 verkehrten Postbusse zwischen Lügde, Rischenau und Höxter. Quellen: Willy Gerking 2013: Alte Wege und neue Straßen in Ostlippe • Heinz Dietz 1980: Burg und Stadt Rischenau"
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Reisen und Rasten
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Holzbank mit Schautafel entlang eines bewaldeten Weges, umgeben von kahlen Bäumen im Winter.

Post 1901

Rischenau um 1400

Letzte Postkutsche von Rischenau

rlebnispunkt des

Genau an dieser Stelle  verlief noch im letzten Jahrhundert die Poststraße, die von Rischenau über diesen Berg nach Niese führte. Der alte Hohlweg ist bei genauem Hinsehen noch heute im Wald erkennbar.

Im Spätmittelalter war Rischenau ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Postkutschen, die zwischen Kassel und Bremen verkehrten. In Rischenau gab es eine Poststation, die täglich von der Postkutsche angefahren wurde.

Das Reisen mit der Postkutsche war ein abenteuerliches und gefährliches Unterfangen. Die Straßen damals glichen den heutigen Feldwegen und konnten bei schlechtem Wetter und aufgeweichtem Untergrund nur mühsam befahren werden. Häufig mussten Reisende aussteigen und die Kutsche gemeinsam mit dem Kutscher aus dem Schlamm befreien. Für die Pflege der Wege waren die Gemeinden zuständig. Aus finanziellen Gründen  verzögerten sich Reparaturarbeiten jedoch immer wieder. Die tief ausgefahrenen Hohlwege waren aber noch in anderer Hinsicht gefährlich: Wenn Räuber den Postkutschen auflauerten, dann wurden die Hohlwege schnell zur Falle.

Der Weg zwischen Niese und Rischenau galt als gefährlichster Abschnitt auf der Route. Bei Eis oder starkem Regen war es lebensgefährlich, diesen Streckenabschnitt meistern zu wollen. Hier am Scharpenberg war die Steigung so steil (110 Höhenmeter), dass die Postkutschen nur mit Vorspann fahren konnten. Dafür wurden zusätzliche Pferde in der Poststation Rischenau gehalten. Im Volksmund heißt der Berg deshalb auch „Guileberg“ (Gäuleberg).

1853 wurde eine neue Chaussee von Rischenau nach Löwendorf fertig gestellt. Die alte Verbindung verlor an Bedeutung, blieb jedoch als Kommunalweg weiter bestehen. Im Jahr 1976 wurde der Weg in weiten Teilen neu asphaltiert. Im Bereich der „Guileberges“ wurde er zudem verlegt, indem man ein neues, weniger steiles Teilstück parallel zu Straße erbaute.

Die Natur hat sich den alten Wegverlauf Stück für Stück zurückerobert. Beim genauen Hinschauen kann man jedoch an einigen Stellen den alten Verlauf und die alten Pflastersteine erkennen.

Im März 1903 wurde die Personenbeförderung per Postkutsche aufgegeben. In den Folgejahren betrieb ein Landwirt aus Rischenau ein privates Personenfuhrwerk.

Ab 1922 verkehrten Postbusse zwischen Lügde, Rischenau und Höxter.

Quellen: Willy Gerking 2013: Alte Wege und neue Straßen in Ostlippe • Heinz Dietz 1980: Burg und Stadt Rischenau

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